Thanksgiving, Ski-Vorbereitungen und kein Fußball

Die letzten beiden Wochen ist wieder etwas mehr passiert, was vor allem den vielen Vorbereitungen auf die kommende Skisaison geschuldet war.

Doch vorletzten Donnerstag passierte dann erstmal etwas ganz anderes: Ich hatte schon die letzten Tage vor dem Training ständig Schmerzen in meiner Kniekehle, allerdings waren diese immer noch erträglich und gingen größtenteils während des Spielens weg, heute war das jedoch leider anders. Schon beim Aufwärmen wurden die Schmerzen so stark, dass ich zurück in die Umkleide gehen und mich umziehen musste. Am nächsten Tag bin ich dann erst gar nicht zum Training gegangen und musste daher nach dem Englischunterricht nach Hause laufen, weil zu dieser Uhrzeit natürlich keine Schulbusse kommen.

Doch kaum war ich 200 Meter um die Fußballfelder an der Schule gelaufen, wo ich mich nun an der Straße befand, sah ich einen kleinen Hund, der alleine auf dem Bürgersteig saß. Ich schaute mich um, konnte allerdings außer einem Sportkurs auf dem Fußballplatz niemanden sehen und blieb stehen, weil ich etwas besorgt um den Hund war. Ich schrieb meine Eltern an, was ich denn nun tun sollte und wartete über zehn Minuten im Regen darauf, irgendeinen Tipp zu bekommen, als sich der Hund auf einmal fortbewegte. Ich dachte, er würde sich gleich fünf Meter weiter wieder hinsetzen, irrte mich darin allerdings, da er immer schneller und schneller zielstrebig den Abhang zwischen Bürgersteig und Fußballplatz hinunter rannte. Letztendlich kam er an seinem Ziel an: Der Sportlehrer darf hier anscheinend einfach sein Haustier mit zur Arbeit nehmen.

Der Hund
Der Hund
Der Regenbogen während des gleichen Heimwegs
Der Regenbogen während des Heimwegs

Nachdem ich dann zuhause angekommen war, machte ich mich ziemlich schnell wieder auf den Weg in den Supermarkt, um ein paar Sachen zu kaufen, da ich heute Onion Rings mit Käse machen wollte, da ich ein sehr lecker wirkendes Rezept im Internet gefunden hatte.

Meine Gasteltern unterstützten mich dabei tatkräftig und packten sogar eine Friteuse aus, in der die Onion Rings dann frittiert werden sollten. Allerdings funktionierte das panieren lange nicht so gut wie in dem Video, das mich auf die Idee gebracht hatte. Irgendwie haben wir dann doch noch mit viel Geduld die Onion Rings fertig bekommen, sie sahen allerdings sehr komisch aus und vom Käse war auch nicht sonderlich viel übrig geblieben. Als wir sie kurz darauf aßen, war ich aber überrascht, dass sie viel besser schmeckten, als sie aussahen.

Ich hatte mir das ganze trotzdem viel leichter vorgestellt und werde so schnell wohl keine Onion Rings mehr machen.

Die Vorbereitungen für die Onion Rings
Die Vorbereitungen für die Onion Rings
Die Onion Rings in der Friteuse
Die Onion Rings in der Friteuse
Die fertigen Onion Rings...sehen etwas seltsam aus.
Die fertigen Onion Rings…sehen etwas seltsam aus.

Am Samstag ging es dann mit Milo, Karen und Andrew nach Kelowna in einen Halloween Store, wo wir uns einfach mal ein bisschen umschauen und eventuell sogar etwas für unser Kostüm kaufen wollten. Es gab eine riesige Auswahl an Latex-Masken und anderen Utensilien wie unechten Motorsägen, Messer, Äxte und auch ziemlich viele aus Hose, Oberteil und Maske bestehende, fertig zusammengestellte Kostüme. Ich entschied mich am Ende aber aufgrund der Preise für eine einfache Maske aus Plastik, einen Stimmverzerrer, rotes Haargel und künstliches Blut.

Anschließend fuhren wir noch zu “Value Village”, ein riesiges Second-Hand-Geschäft, bei dem ich mir noch ein Jacket und Milo sich einen langen, schwarzen Mantel kauften.

Die ganzen Latex-Masken im Halloween Store
Die ganzen Latex-Masken im Halloween Store
Mein Halloween Kostüm, es fehlen allerdings noch Kunstblut und rotes Haargel.
Mein Halloween Kostüm, es fehlen allerdings noch Kunstblut und rotes Haargel.

Zuhause angekommen ging es direkt aufregend weiter, dieses Wochenende war nämlich Thanksgiving angesagt und da heute die älteste Tochter meiner Gasteltern mit ihrem Mann zu Besuch waren, sie am nächsten Tag aber weiter zu der Familie ihres Mannes mussten, wurde unser Festessen von Montag auf Samstag vorverlegt. Als ich morgens um halb zehn aufgestanden war, hatte Gordon schon längst angefangen, den Truthahn zuzubereiten und in den Ofen zu legen und nun war das Essen nahezu fertig.

Da ich heute nur eine Kleinigkeit zum Frühstück und Milo heute tatsächlich noch nichts gegessen hatte, waren wir ziemlich hungrig und freuten uns, als das Festmahl eine halbe Stunde fertig auf dem Tisch stand und nach einem kurzen Gebet auch verzehrt werden durfte. Alles schmeckte mir sehr und der Truthahn war sehr zart, am allermeisten sagte mir allerdings das”Stuffing” zu.

Der Abend war sehr schön und es wurde sich sehr viel unterhalten, das momentan ja doch sehr präsente Thema Politik wurde allerdings komplett ausgelassen, da die älteste Tochter und ihr Mann starke Anhänger von Donald Trump sind, was die anderen hier zum Glück nicht wirklich verstehen können.

Das Festessen an Thanksgiving
Das Festessen an Thanksgiving
Der Truthahn für Thanksgiving
Der Truthahn für Thanksgiving
Das Beste war das "Stuffing", hier unten auf dem Teller.
Das Beste war das “Stuffing”, hier unten auf dem Teller.

Nachdem der Sonntag verging und auch der Montag ein Feiertag war, wollte ich am Dienstag wieder versuchen, am Fußballtraining teilzunehmen. Ich wartete morgens also mit Kate, einer Freundin von der Soccer Academy, und Gerrit, einem anderen Spieler, in der Bücherei, bis der Bus zwanzig Minuten nach Schulbeginn kommen sollte. Fünf Minuten davor gingen wir dann los und ich wartete noch auf Kate, die ihre Fußballsachen aus ihrem Spint holte. Gerrit ging schonmal vor, doch als dann Kate und ich zwei Minuten, bevor der Bus eigentlich kommen sollte, aus dem Schulgebäude kamen, sahen wir den Bus gerade wegfahren und ärgerten uns sehr darüber, dass dieser viel zu früh losgefahren war.

Daraufhin folgte nun also ein morgendlicher Spaziergang von einer halben Stunde durch die zwei Grad warme Landschaft, wir schafften es dann aber glücklicherweise doch noch rechtzeitig zum Beginn des Trainings.

Es ging mit einer einfachen Passübung los, bei der wir einfach unserem gepassten Ball folgen sollten, wobei ich dann aber wieder ziemlich schnell aufhören musste, da sich der Schmerz im Knie kein bisschen gebessert hatte. Zwei Tage später erfuhr ich dann von einem Doktor, dass ich es überlastet hatte und diese und die kommende Woche kein Sport machen dürfte.

Drei Tage später, am Freitag Abend, kam Andrew wie jeden Abend rüber, diesmal fragte er mich allerdings, ob ich Lust hätte, zu ihnen rüber zu kommen und Uno mit ihnen zu spielen. Es waren Andrew, Karen, Milo, Richard, ein mexikanischer Freund von Milo namens Humberto und ich da. Insgesamt spielten wir drei Runden, was allerdings einige Zeit in Anspruch nahm, sodass es plötzlich drei Uhr morgens war, als wir aufhörten, woraufhin ich schleunigst ins Bett ging. Am nächsten Morgen klingelte mein Wecker nämlich schon um sechs Uhr morgens, da heute das “Ski Swap” stattfand, dass ist ein einmaliges Event, bei dem gebrauchte Snowboards, Skier und alles mögliche Zubehör verkauft werden.

Am Freitagabend hat Apollo in die Wohnung gemacht.
Am Freitagabend hat Apollo in die Wohnung gemacht.

Glücklicherweise werde ich die Skier des letzten Gastschülers von Karen und Andrew nutzen dürfen, da Milo ausschließlich Snowboard fahren wird. Außerdem hatte ich schon eine Winterjacke und wollte daher vor allem nach Skischuhen, einer Schneehose, einem Helm, allerdings auch nach einem Snowboard und Snowboardschuhen Ausschau halten, da ich vorhabe, diesen Winter das Snowboardfahren und erlernen.

Morgens um halb acht standen wir dann als ungefähr zwanzigster in der Schlange vor der Halle, in der das Ganze stattfinden sollte. Während wir nun in der Schlange warteten, war Milo, Humberto und mir jedoch ziemlich kalt und wir fühlten uns so, wie man sich halt nach drei Stunden Schlaf in der Nacht fühlt, deswegen gingen wir erstmal zu einem Tim Hortons um die Ecke und kauften uns jeder einen Kaffee. Als ich diesen dann trank, wärmte sich mein ganzer Körper erstaunlich bemerklich auf, Milo hatte sich allerdings, wieso auch immer, einen Eiskaffee gekauft, der offensichtlich das Gegenteil bewirkte.

Die nächste halbe Stunde verfolgte ich dann das Spiel der Eintracht gegen Bayern im Liveticker und als dann zehn Minuten vor Schluss Marco Fabian, ein mexikanischer Fußballspieler, das Tor zum 2:2 machte, freuten sich Milo und Humberto ziemlich.

Als wir nun rein gelassen wurden, waren wir eine der ersten, hinter uns hatte sich die Schlange nämlich nochmal um das fünffache verlängert. Als erstes schaute ich nach einem Snowboard, wobei mir eine nette Dame dort half, die richtige Größe auszusuchen, da ich mich damit gar nicht auskannte. Anschließend fand ich auch noch einen Helm, Skischuhe, Snowboardschuhe und eine Schneehose.

Alles zusammen kostete 480 CAD, also ungefähr 330 Euro, womit ich mehr als nur zufrieden war. Nun musste ich allerdings mit Gordon noch ganze zwei Stunden in einem kleinen Café am Eingang warten, bis Humberto das richtige Snowboard ausgesucht hatte, weil er da wohl sehr genau geschaut hatte.

Um zwei Uhr waren wir dann jedoch endlich zuhause und ich versuchte direkt, mir mein Snowboard anzuziehen, wobei jedoch ein Problem auftrat: Die Bindungen waren zu klein für meine Schuhe und als ich das Sally erzählte, meinte diese, dass das Snowboard auch ziemlich klein wäre und die Dame dort mir wohl falsche Informationen bezüglich dessen Größe gegeben hatte.

Etwas enttäuscht ging ich dann rüber zu Karen und Andrew und erzählte ihnen das, die meinten allerdings, wir könnten am Sonntag nach Kelowna fahren und nach einem neuen Snowboard schauen.

Gesagt, getan, standen wir am nächsten Tag gegen zwei Uhr in einem Skigeschäft und erkundigten uns nach der Größe, die ich bräuchte. Ein Mitarbeiter meinte, ich bräuchte ein Board von 150 bis 160 Zentimetern, was dreißig Zenitmeter mehr darstellte als der Rat am Vortag.

In diesem Geschäft kostete das günstigste Snowboard jedoch ganze 420 CAD, weswegen wir wieder ins Auto stiegen und zum nächsten Geschäft fuhren. Dort fanden wir eine große Auswahl gebrauchter Snowboards und ich ergatterte eins von 158 Zentimetern für 100 CAD. Mein gestern erworbenes Snowboard wurde mir hier für 70 Dollar wieder abgekauft und nachdem ich noch Handschuhe und eine Skibrille gefunden hatte, kostete alles zusammen 140 Dollar.

Nach diesem erfolgreichen Einkauf ging es dann noch weiter zum Costco, das ist ein Supermarkt in der Form eines Baumarktes, in dem alles ziemlich günstig ist. Milo und ich kauften uns jeder eine Skimaske für jeweils 15 Dollar, sodass nun auch das letzte Kleidungsstück für die kommende Skisaison gekauft war.

Als wir am Abend wieder nach Hause kamen, war ich glücklich, dieses Wochenende ein Snowboard, Snowboardschuhe, Skischuhe, Handschuhe, eine Skibrille, eine Skimaske, einen Helm und eine Schneehose für insgesamt gerade einmal 640 Dollar, also 430 Euro bekommen habe, allerdings war ich auch sehr froh, dass dieses echt anstrengende Wochenende mit wenig Schlaf vorbei war und freute mich schon auf das nächste, an dem ich dann hoffentlich etwas mehr schlafen und zur Ruhe kommen werde.

Mein Snowboard-Outfit
Mein Snowboard-Outfit
Wie die Pommes hier in Kanada gelagert werden...
Wie die Pommes hier in Kanada gelagert werden…
Poutine, eine Spezialität hier, das sind Pommes mit leckerer Soße und Käse.
Poutine, eine Spezialität hier, das sind Pommes mit leckerer Soße und Käse.
Das habe ich in Kunst gezeichnet, das besteht aus nur einer Linie.
Das habe ich in Kunst gezeichnet, es besteht aus nur einer Linie.

6 thoughts on “Thanksgiving, Ski-Vorbereitungen und kein Fußball

  1. Ja, es hat wirklich Spaß gemacht, Deinen Bericht zu lesen und ich freue mich schon auf den nächsten. Dir weiterhin eine schöne Zeit, liebe Grüße von Oma.

  2. Es macht nochmal soviel Spaß, wenn man den Inhalt eines Beitrags noch nicht kennt! Hat riesigen Spaß gemacht zum ersten Morgenkaffee heute früh so einen schönen Bericht zu lesen. Hab’ weiterhin so eine tolle Zeit!

  3. Luk, dein Kostüm ist, auch wenn da noch Einiges fehlt, richtig nice.

    Viel Spaß und wir wollen immer weiter so informiert sein!!!

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