Waitangi Treaty Grounds

Samstag 12. Januar

Auch der heutige Tag sollte ein sehr gemütlicher Urlaubstag werden. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Spiegeleiern und Maiskolben, die wir noch übrig hatten, machten wir uns auf den Weg zu den Waitangi Treaty Grounds, auf denen der Vertrag zwischen Neuseeland, damals den Maori-Stämmen, und der englischen Krone unterzeichnet wurden. Tobn wollte sich die Ausstellung, sowie die Führung und Maori-Vorstellung unbedingt ansehen und so taten wir alle etwas für unsere geschichtliche Bildung bezüglich der Gründung Neuseelands. Wir hatten auch nur eine Viertelstunde zu Fuß dorthin zu gehen. Auf dem Weg überquerten wir aber erstmal einen Jahrmarkt, die Extravaganza Fair, die an diesem Wochenende zwischen Paihia und Waitangi stattfand. So eine Art Jahrmarkt kannten wir aus Deutschland nicht, ich fühlte mich um Jahrhunderte zurückversetzt, ein bisschen wie bei Pippi Langstrumpf im Taka Tuka Land….

Wiedererkannt? Diesen Wagen kannten wir schon von der Straße, als wir auf dem Weg nach Paihia waren.

Die Führung durch das Maori-Gelände war dann durchaus interessant und angenehm unaufgeregt, zumal es für uns nicht der erste Besuch eines Maori-Dorfes war. Und auch Lara sagte, dass sie die traditionelle Vorführung gut kennt, da sie zu jedem feierlichen Anlass an ihrer Schule stattfänden.

Anschließend gingen wir wieder über die Fair zurück, aßen dort Hamburger und Wedges zu Abend und genossen noch etwas die Atmosphäre, bevor wir zum Campingplatz zurück schlenderten.

Paihia

Freitag 11. Januar

So ein richtiger Urlaubstag war das heute. Zuerst haben wir ausgeschlafen, dann ausgiebig gefrühstückt und dann überlegt, ob wir etwas unternehmen wollen. Das Ergebnis: Später vielleicht an den Strand, aber erstmal lieber nichts tun…

Wäsche haben wir dann gewaschen und Luk hat angefangen unseren kompletten Kofferraum auszuräumen. Im Hinterkopf hatte er dabei, dass dann ja sicher sein neuer, echt schöner Hoodie, den er sich bei den Waitomo Caves nach dem Blackwater Rafting gekauft hatte, auftauchen müsste. Tat er aber nicht!

Luk war in den vergangenen Tagen zwar schon ein paar Mal ein recht glücklicher Verlierer – so lag sein Smartphone gestern z.B. noch in der Umkleide eines Geschäftes, als er das Fehlen beim anschließenden Essen bemerkte – aber als ihm einfiel, dass er den Sweater am vorletzten Campingplatz am Hot Water Beach, der zudem noch ein recht großer, gut besuchter Platz gewesen war, wohl wahrscheinlich in der Dusche vergessen hatte, konnten wir ihm keine große Hoffnung auf ein Wiederfinden machen. Tobn rief dennoch dort an. Und tatsächlich war der Pulli abgegeben oder gefunden worden! Wie vom Campingplatz vorgeschlagen, besorgte Luk jetzt im Ort einen großen und einen kleinen, jeewils schon frankierten Umschlag. Auf dem größeren Umschlag notierte er die Adresse von Laras Gasteltern, auf dem kleineren die vom Hot Water Beach Campground. Der große wurde dann mit einem netten Anschreiben im kleineren abgeschickt…

Nachmittags gingen wir dann wirklich noch zum Stadtstrand von Paihia baden, anschließend bekochte uns Luk mit Frikadellen an geschmolzenen Zwiebeln und Bratkartoffeln New Zealand Style und schließlich ließen wir den Abend bei einer Runde Doppelkopf ausklingen.

Scuba Diving in the Bay of Islands

Donnerstag 10. Januar

Heute also wollten wir nach zweieinhalb Jahren mal wieder tauchen. Damals in Malaysia waren wir alle vier dermaßen begeistert, dass wir aus dem Stand heraus den Scuba Diver (den halben Open Water) zusammen machten. Dank der Umgebung und unseres superlieben Tauchlehrers Andreas wurde diese Woche eins der Highlights unserer Malaysiareise.

Jetzt waren wir alle irgendwie dementsprechend skeptisch. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass es hier nur annähernd soviel zu sehen gibt unter Wasser wie auf Pulau Perhentian im Indischen Ozean. Noch dazu ist hier das Meer sowie die Luft um einiges kühler als wir es erwartet hatten.

Dennoch: Die Wecker gingen um sieben und um acht standen wir im Dive Shop auf der Matte. Wir bekamen unsere Wetsuits zugeteilt und liefen um zwei Ecken zum Anleger.

Auf dem Boot waren wir dann ca. 12 plus vier Instructors. Wir fuhren eine Dreiviertelstunde raus in die Discovery Bay in der Bay of Islands. Dort gingen Zweier- und Dreiergruppen schon mal ins Wasser, während wir auf unsere Auffrischungseinweisung warteten. Nach über zwei Jahren hat man nämlich so ziemlich alles wichtige wieder vergessen.

Hisi 4K CAM

Als dann auch wir vier mit unserem Dive Master Roy ins Wasser gingen, war mir gar nicht wohl zu Mute. Das kannte ich von den vergangenen Malen überhaupt nicht! Aber diesmal tat ich mir total schwer ruhig zu atmen. Es fühlte sich fast wie eine Panik-Attacke an. Und beim Runtergehen taten meine Ohren höllisch weh! Ich war kurz davor, wieder aufs Boot zu gehen und die anderen mal machen zu lassen. Roy war aber wirklich sehr lieb und ruhig und hatte es dann geschafft, mich sicher runter zu bringen. Ich bekam es bei diesem Tauchgang dann zwar trotzdem nicht wirklich gut hin, eine Höhe zu halten, zum richtigen Zeitpunkt jeweils Luft abzulassen oder hinzuzufügen, aber wir waren doch sehr beeindruckt von den vielen Fischen, die völlig ohne Scheu um uns herum und zwischen uns durch schwammen! Es war sehr beeindruckend!

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Nach diesem ersten Tauchgang gab es dann an Bord Kaffee und Sandwiches und wir konnten uns in der Sonne auf dem Vorderdeck aufwärmen.

Irgendwann war ich dann auch für den zweiten Tauchgang, nun an einer anderen Bay, bereit, wo wir alle zusammen jeweils in unseren kleinen Gruppen tachten. Diesmal ging es bei mir zum Glück um Welten besser. Ich fühlte mich wieder sicherer und konnte diesen Tauchgang richtig genießen. Leider hatte diesmal wohl Lara Probleme mit den Ohren. Aber insgesamt war es ein echt cooler gelungener Tag für uns alle, den wir mit einem gemütlichen Abendessen in Charlotte’s Kitchen ausklingen ließen.

Ich glaube aber für unseren nächsten Tauchurlaub suchen wir uns wieder einen wärmeren Ort und vielleicht auch einen, bei dem man zu Beginn vom Strand aus Schnorcheln und Tauchen kann, ohne gleich von einem Boot aus ins Wasser springen zu müssen.

Apropos Springen: Das Schwimmen vom Boot aus nach dem Tauchen war klasse!

Kerikeri

Mittwoch 9. Januar

Ausgeschlafen, in Ruhe gefrühstückt, gemütlich den Tag geplant: Gegen Mittag brachen wir auf nach Kerikeri. Hier wäre übrigens die Alternativschule für Lara gewesen, aber sie wollte lieber in die Großstadt Auckland als in das ländliche Kerikeri. Außerdem befindet sich hier das Mission House (ca. 1820 gebaut), das älteste Haus im europäischen Stil in ganz Neuseeland. Gleich daneben konnte man die Überreste eines alten Maori Pa besuchen. Die Maori handelten im 19. Jahrhundert durchaus mit den Pakeha, den Weißen, die sich an dieser Stelle widerum von den Maori beschützen ließen.

Frühstück, wie so oft in diesem Urlaub, liebevoll von Luk zubereitet.
Tobn übt den Haka
Stone House
Mission House
Laden im Stone House, in dem jetzt hauptsächlich Souvenirs gibt. Verkauft wird hier jedoch durchgängig schon seit Ende des 19. Jahrhunderts
Im Mission House ist heute das Honey House Café untergebracht, idyllisch am Wasser inmitten eines blühenden Gartens gelegen und überall läuft und fliegt irgendein Tier.

Wir verbrachten den ganzen Nachmittag in dieser Bucht mit dem Honey HouseCafé, dem besagten ehemaligen Maori Pa, dem Mission House und einem nachgebildeten Pa.

Blick vom ehemaligen Maori Pa auf die Bucht mit Mission House. Das Maori-Fort war auf einer Erhöhung gebaut, angelegt in mehreren Ebenen rund um das „Gemeindehaus“, ähnlich wie auch die europäischen Burgen und Dörfer gelegen waren.
Auf der anderen Seite der Bucht gibt es ein nachgebautes kleines Maori-Dorf mit authentischen Hütten, Lagerstätten und Gegenständen.

Auf dem Nachhauseweg aßen wir dann Fish&Chips in Kerikeri und ließen den Abend mal wieder bei Doppelkopf ausklingen.

Bay of Islands

Dienstag 8. Januar

Um sieben aufgestanden machten wir uns gegen halb neun mit Sandwiches und Kaffe auf den Weg nach Norden, wo wir die nächste Woche in der Bay of Islands verbringen würden. Gegen zwölf hatten wir unsere Zelte aufgebaut und hielten erstmal eine kleine Siesta. In der prallen Mittagsonne suchte sich dafür jeder ein schattiges Plätzchen.

Warten auf four flat whites
Ein-Weg-Brücke: Davon gibt es in Neuseeland unendlich viele. Wenn die Straßen so schön leer sind, was sie tatsächlich während unseres Aufenthaltes meistens waren, sind sie auch überhaupt kein Problem. An dem Tag als wir uns auf den Weg nach Hot Water Beach machten, standen wir aber wegen genau so einer Brücke im Stau.
Diesen Wagen fanden wir schon hier während der Fahrt sehr nett und er wird uns in den nächsten Tagen nochmal wieder begegnen.

Wir liefen dann auf der Promenade am Strand entlang nach Paihia rein. Luk bekam neue Flipflops und kaufte sich eine neue Badehose (er war inzwischen aus allem rausgewachsen). Wir aßen Fish&Chips und buchten unseren Tauchgang am Donnerstag. Da bin ich wirklich gespannt, denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir nach unserer Tauchwoche auf Pulau Perhentian vor zweieinhalb Jahren von allen anderen Tauchgebieten nur enttäuscht werden können…


Der Abend klang bei einem gediegenen Doppelkopfspiel aus.

Muriwai Beach

Montag 7. Januar

Sieben Uhr Aufstehen, acht Uhr Abfahrt, das funktioniert momentan recht gut. Wir hatten uns am Campingplatz vom Hot Water Beach noch vier Flat Whites mitgenommen und sind nach einer entspannten zweieinhalbstündigen Fahrt am Muriwai Beach angekommen. Der eintägige Aufenthalt hier war eigentlich nur als Zwischenstopp gedacht gewesen, da wir ja Lara ursprünglich in Auckland abholen wollten.

Wir verbrachten so aber einen sehr entspannten Mittag am Platz im Schatten: Luk kochte uns wieder ein leckeres Burger-Reste-Essen und Lara findet inzwischen zu unserem Glück Gefallen an Doppelkopf! Mit einer kurzen Pause am Strand und einem Bad in gigantischen Wellen spielten wir dann auch bis zum Dunkelwerden durch.

Familientag: Schach, Strand, Burger

Heute Morgen nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns fürs Erste bei Laras Gastfamilie. Oje, ich möchte nicht an den Abschied in einem halben Jahr denken! Es ist unglaublich, in was für einer tollen Familie Lara gelandet ist. Nach diesen zwei Tagen haben alle von uns das Gefühl, uns schon ewig zu kennen. Ich würde auf der Stelle die nächsten zwei Wochen unseres Urlaubs mit ihnen verbringen und wer mich kennt, weiß was das bedeutet.

So ließen wir nun den Tag zu viert ganz ruhig angehen. Tobn motivierte Lara zum Schachspiel, was darin endete, dass wir eine Stunde später alle drei gegen Tobn spielten, während zwischendurch bzw. parallel Wäsche abgehängt und zusammen gelegt wurde. Und als dann tatsächlich Tobn schachmatt gegangen war, fuhren wir zum Supermarket (also die gestern Morgen erwähnten 40 Minuten in den nächsten Ort – Whitianga), um fürs Abendessen einzukaufen. Gegen vier zurück am Campingplatz begannen Luk und Lara schon mit den Essensvorbereitungen, während Tobn und ich noch einmal zum Hot Water Beach gingen und in den Wellen sprangen, die heute viel größer als vorgestern waren und richtig Spaß machten.

Anschließend ließen wir uns frisch geduscht die Burger schmecken. Und dann suchte Luk jemanden zum Schach spielen, er hatte heute Vormittag offensichtlich Blut geleckt…

…und nach dem Schach eine Runde Doppelkopf zu viert!

Cathedral Cove

Dieser Tag begann leider erstmal ohne Frühstück, da wir in Rotoma vergessen hatten, unsere Sachen aus dem Kühlschrank mitzunehmen. So war der Plan, dass Tobn und Luk morgens kurz zum Supermarkt fahren sollten und Luk anschließend Toasts mit Spiegeleiern machen wollte.

Als ich nach einer dreiviertel Stunde langsam nach den vorbei fahrenden Autos horchte und die beiden langsam zurück erwartete, schrieb Tobn plötzlich, dass sie gerade am Supermarkt angekommen seien! Den nächste befand sich wohl 40 km entfernt.

Letztendlich hatten wir dann gegen zehn aber doch noch ein sehr leckeres Frühstück. Als Tobn danach jedoch nach Laras Gastfamilie schauen wollte, war diese schon verschwunden. Wir hatten uns offensichtlich verpasst. Wir machten uns so also zu viert auf den Weg Richtung Cathedral Cove. Unser Plan war, unser Auto auf dem ersten Parkplatz abzustellen und anschließend über den Hahei Beach zu Gemstone Cove zu spazieren, wo man laut Reiseführer schnorcheln kann, und dann weiter zum Cathedral Cove zu gehen.

Lara mit Lillian und Amelia
Luk mit Oliver
Hahei Beach

Glücklicherweise erreichten wir noch auf der Fahrt Maszkowskis per Whatsapp und trafen uns auf dem Parkplatz, so dass wir die Tour wie geplant, aber alle zusammen machen konnten. Es wurde auch ein toller Spaziergang an einer beeindruckend schönen Küste entlang. Das Schnorcheln war aber nicht so prickelnd, da das Wasser wetterbedingt recht aufgewühlt und trüb war. Wir genossen troztdem das Bad im Meer und das Picknick in der netten Bucht.

Von Gemstone Cove fuhren Luk und Lara dann aber mit Maszkowskis zurück zum Campingplatz (Rob hatte zwischenzeitlich den Wagen geholt), während Tobn und ich zu zweit bis Cathedral Cove weiter liefen.

Cathedral Cove von Weitem
Am Gemstone Cove
Cathedral Cove
Rückweg

Abends trafen wir uns dann alle wieder und aßen Burger. Anschließend verbrachten wir den Rest des Abends wieder mit Rob und Gemma bis Mitternacht vor deren Zelt, unterhielten uns über Gott und die Welt (eigentlich über Musik und Autos) und tranken Wein , während die Kinder nach und nach schlafen gingen.

Tobias, Luk, Lara
Luk mit Amelia
Lara mit Oliver
Heimfahrt vom Restaurant zum Campingplatz

Reunion am Hot Water Beach

Als ich gegen halb acht aufwachte, hatte Luk sein Zelt schon halb abgebaut. Er wollte unbedingt noch im Café Be rude not to be frühstücken, bevor wir uns auf den Weg nach Hot Water Beach machten. Das taten wir dann auch und sie hatte da diesmal sogar diese superleckeren Dattel-Scones, die es hier öfter zu geben scheint.

Die schöne gewundene Straße Richtung Norden zog sich dann aber sehr! Aus den angegebenen drei Stunden wurden vier, weil unglaublich viel (Urlaubs-)Verkehr herrschte. Da waren dann die hier üblichen Einspur-Brücken, über die die Autos immer nur abwechselnd in eine Richtung drüber fahren, eine Katastrophe. Normalerweise hat auf diesen Brücken immer eine Richtung Vorfahrt und die andere muss warten bis die Brücke frei ist. Diesmal regelte aber zum Glück jemand, dass immer abwechselnd die Autos drüber durften, sonst hätte eine Richtung wahrscheinlich bis abends warten müssen, um die Brücke zu passieren.

Lara war übrigens am selben Vormittag los gefahren, um mit ihrer Gastfamilie uns auf dem Campingplatz zu treffen. Eigentlich war der Plan gewesen, dass wir Lara in drei Tagen auf dem Weg an Auckland vorbei einsammeln würden, aber da in Neuseeland ja gerade große Sommerferien sind, haben sich Laras Gasteltern dazu entschlossen, auch ein paar Tage Strandurlaub zu machen. Als wir dann also im Stau vorwärts zuckelten, fingen wir an, mit Lara zu schreiben, die immer wieder wissen wollte, wo genau wir gerade waren, sie standen offensichtlich im selben Stau… das ging so lange weiter bis wir tatsächlich haargenau gleichzeitig beim Campingplatz am Hot Water Beach auf den Parkplatz einfuhren! Was für ein Timing! Und was für eine Wiedersehensfreude!

Wir checkten ein, bauten die Zelte auf und Lara und wir tauschten Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke aus.

Den Nachmittag verbrachten wir alles zusammen am Strand, wo wir in die Kunst des Body Boarding eingeführt wurden, was echt nicht so einfach ist, aber echt Spaß macht, wenn man in den „Flow“ kommt!

Außerdem konnte man das „Hot Water“ des Hot Water Beaches fühlen, wenn man die Füße in den Sand versinken ließ. Um sich richtige Pools zu schaufeln und sich in das warme Wasser zu setzen, müsste man allerdings auf die Ebbe warten.

Als alle k.o. und wirklich hungrig waren, aßen wir zusammen Fish&Chips am Campingplatz und verbrachten anschließend einen sehr netten Abend vor dem Zelt von Gemma, Rob, Lillian, Amelia und Oliver, der von einem unglaublichen Sternenhimmel gekrönt wurde.

Lake Tikitapu und WHAKAREWAREWA

Heute wollten wir einen ganz entspannten Tag machen. Wir schliefen aus und frühstückten Spiegeleier auf Toast und Kaffee. Dann fuhren wir los zum blauen See Tikitapu, um um ihn herum zu spazieren. das hatte uns ein neuseeländischer Gast hier auf dem Campingplatz gestern empfohlen. Es war ein entspannter unaufgeregter Spaziergang bei bedecktem Himmel, der fast hätte in Deutschland stattfinden können… nur der Wald war tatsächlich ziemlich anders, mit den hier typischen Farnbäumen, die wie Palmen aussehen, und den lianenähnlichen Bäumen.

Nach einem Drittel der Strecke landeten wir in einem coolen Wohnwagen-Café, in dem wir uns bei unseren Havanna-Coffee-Flat-Whites mit zwei sehr netten jungen Frauen aus den USA interessant unterhielten. Unter anderem kamen wir auf das Maori-Dorf WHAKAREWAREWA südlich von Rotorua zu sprechen, das die beiden schon besucht hatten und über das Tobn gerade in einem Faltblatt nachlas. Ehrlich gesagt hatten weder Luk noch ich sonderlich Luast, heute noch großartig etwas zu unternehmen. Auf der anderen Seite hatten wir nur noch heute, um uns hier das Maori-Dorf anzuschauen, von dem die beiden USA-Mädels sehr begeietert waren… Als wir also gegen halb zwei wieder am Auto waren, buchte Tobn uns online für die Führung um zwei. Ich war doppelt skeptisch, da ich den Besuch im Eingeborerenen-Dorf der Oranng Aslis in Malaysia noch in traumatischer Erinnerung hatte, weil wir uns dort wie unerwünschte Eindringlinge gefühlt hatten!

Ganz anders war es hier bei der Ankunft im Maori-Dorf WHAKAREWAREWA. Das Dorf wird aktiv von 25 Familien und 75 Menschen bewohnt. Als erstes haben wir eine Aufführung von Tänzen, Liedern und dem bekannten Begrüßungsritual WAKA bekommen, sehr sympatisch erklärt von einer Maori-Frau. Wir durften sogar einen Tanz mittanzen. Das Ganze ging eine halbe Stunde. Dann wurden wir in zwei Gruppen durchs Dorf geführt. Das besondere und einmalige an diesem Dorf ist weltweit, dass es in und mit einem geothermalen Gebiet lebt.

In den verschiedenene heißen aus der Erde blubbernden Quellen wird gekocht, gebadet oder sie werden einfach eingezäunt gemieden, weil sie zu gefährlich sind. Zwischen den Häusern, aus den Gullideckeln oder in den Gärten dampft und blubbert es überall. Die Bewohner arbeiten entweder außerhalb des Dorfes oder beteiligen sich am Tourismusgeschäft als Fremdenführer, Café-Besitzer oder Souvernirverkäufer. Das alles geschieht inzwischen aber auf eine sehr angenehme selbstbewusste Art. Das war wohl nicht immer so gewesen, aber in den letzten Jahrzehnten hat sich glücklicherweise viel zu Gunsten der maorischen Kultur verbessert.

Morgens werden die Töpfe in die heißen Löcher gestellt und abends nach der Arbeit ist das Essen fertig.
Der weiße Beutel beinhaltet Maiskolben, die in dem salzigen heißen See garen…
…die man nur noch mit Butter bestreichen muss und genießen kann.
In die Badebecken wird das fast 100°C heiße Wasser in offenen dünnen Rinnen geführt, so dass das Wasser dann angenehme 40°C hat.
Blubbern am Straßenrand.

Es war ein rundum schöner entspannter und interesanter Tag, der mit einem leckeren Abendessen endete, das Luk uns zubereitete; Frikadellen aus frischem Angus-Rinder-Hackfleisch mit geschmoözenen Zwiebeln an Bratkartoffeln aus neuen neuseeländischen Kartoffeln. Witziger Weise und unglaublich berührend und interessant unterhielten wir uns am Platz beim Abendessen dann ausgerechnet mit einer gemischt Maori-Schottischen Familie, die in der Vergangenheit sehr unter den Selbstzweifeln und der Aussichtlosigkeit der Maori-Bevölkerung in New Zealand zu kämpfen hatte und bei der nun sowohl Vater als auch Mutter sich in Selbsthilfegruppen für das Selbstbewusstsein der Maori und damit gegen Alkoholismus und Gewalt in Maori-Familien einsetzen.

Ein wunderschöner Tag klang langsam bei einer Runde Skat aus und morgen werden wir Lara am Hot Water Beach nach einem halben Jahr wieder sehen….