French Pass

28. Dezember 2018

Heute war so ein richtiger Sommertagurlaubstag! Geweckt um halb acht von der Sonne. Nach einem gemütlichen Spiegeleitoast-Kaffee-Frühstück machten wir einen Ausflug nach French Pass. Hier ist eindeutig der Weg das Ziel: Für die 25 km Serpentinen braucht man mit dem Wagen circa 40 Minuten und nach jeder Kurve kommt eine noch beeindruckendere Aussicht als zuvor. Da war es sicherlich nicht verkehrt, dass wir strahlend blauen Himmel und Sonnenschein hatten.

Wir fragten uns beim Anblick dieser Schafe: Suchten sie Schutz vor Sonne oder Wind?

Den sehnsüchtig erwarteten Laden, der im Reiseführer angekündigt wurde, gab es in French Pass allerdings nicht mehr. Naja, wir genossen die Aussicht und verhungerten auch so nicht…

Wieder am Platz zurück, wurde die Sonne fast unerträglich heiß. Tobn suchte sich ein Plätzchen hinter einem fremden Wohnmobil im Schatten und Luk und ich gingen mehrmals im kühlen Meerwasser des Souznds schwimmen. Ansonsten verbrachten wir den Nachmittag hauptsächlich mit lesen…

Elaine Bay

26. bis 29. Dezember 2018

Als wir heute Morgen in Kaikoura um halb sieben aufstnaden, regnete es wieder. Nicht doll, aber alles war nass und voller dunklem Sand vom black Beach in Peketa. trotzdem hatten wir die pitschnassen dreckigen Zelte eine Stunde später im Auto verstaut und brachen auf Richtung Marlborough Sounds

Nach knapp zwei Stunden legten wir eine Frühstückspause im Figaro’s Café in Blenheim ein. Während der mehrstündigen Fahrt hatten wir im Auto einen sehr unterhaltsamen Soundtrack, der irgendwann von Weihnachtsliedern auf Lieblingssongs von Tobn und mir wechselte. Danke Luk!

Gegen eins kamen wir dann nach unzähligen Serpentinen rauf und runter in der wunderschönen Elaine Bay an. Wir stellen unsere noch nassen Zelte auf
den kleinen DOC Campground ans Ufer in die Sonne und begannen einen gemütlichen Nachmittag mit Sandwiches zum Mittagessen, wir lasen (Luk: „To kill a Mockingbird“), schrieben (Monika: diesen Text), hörten Podcasts (Tobn, wie meistens), fotografierten, tranken Kaffee und Tee und spielten Karten (so langsam fängt uns sogar Skat an, Spaß zu machen!)…

Komische Hühner gibt es hier…

Am nächsten Tag wachten wir gegen acht auf, weil die Sonne begonnen hatte unser Zelt aufzuheizen. Zum Frühstück gab es Toast mit Spiegelei und Kaffee. Anschließend packten wir Trinken und Badesachen ein und machten uns auf zum Archer Track, eine Wanderung, die an der Elaine Bay beginnt.

Nach einer guten Stunde hatten wir Deep Cove erreicht. Statt zu baden und umzukehren, entschieden wir uns, doch weiter nach Penzance zu laufen. Die Aussicht wurde nun zwar weniger, der Weg selbst aber umso schöner. Gegen eins kamen wir in Penzance, einem kleinen Segel-Urlaubs-Ort bzw. eine Ansammlung von einigen Ferienhäusern in einer Bucht, an. Hier legten wir eine kleine Picknick-Pause ein, um anschließend wieder zurück zu gehen. Eine wunderschöne entspannte Wanderung, die insgesamt dann doch 19km lang war.

Am Platz zurück sprangen wir alle erstmal in den Sound – Duschersatz! Die Sanitären Anlagen bestehen am Elaine Bay Campground nämlich aus genau zwei Plumps-Klos und zwei kleinen Handwaschbecken mit Kaltwasser.

In der Bucht konnte man Stingrays (Stachelrochen) beobachten, wenn sie unter dem Steg durchschwammen.

Nach dem Essen versuchten wir uns dann erneut an Skat, als unsere neuen Nachbarn Janko und Janka doch tatsächlich fragten, ob wir auch Doppelkopf spielen würden! Es wurde ein sehr netter Abend…

Kaikoura (Weihnachten)

25. Dezember 2018

Wie angesagt und deshalb erwartet, hat es am ersten Weihnachtsfeiertag geregnet – und zwar nur einmal: Von morgens gegen acht uhr bis abends um acht. Also fast eine deutsche Weihnacht…

Aber nein, nicht wie in Deutschland. Wir hatten uns auf einen ruhigen Tag am Platz eingestellt und so setzten wir uns mit all unserem Kram in den Aufenthaltsbereich, der sehr schön draußen hinter der Küche aus Holztischen und einem stabilen Dach bestand.

Luk hat oft und gern und sehr gut für unser Frühstück gesorgt…

Während wir frühstückten kamen an den Nachbartisch zwei Pärchen mit einem Kleinkind und machten Weihnachtsmusik an. Sie bescherten sich später auch gegenseititg und es war insgesamt eine herrlich entspannte nette Atmosphäre.

Gegen späten Nachmittag, als wir stundenlang geschrieben, gelesen, gemalt, Karten gespielt und uns unterhalten hatten, wurde es zunehmend voller und unruhiger in der Küche und im Aufenthaltsbereich. Da kam es gerade recht, dass wir für halb fünf im indischen Restaurant in Kaikoura einen Tisch reserviert hatten. Wir gingen also erstmal gemütlich essen.

Zum Glück mögen wir indisches Essen sehr gern. Denn tatsächlich hatten am Weihnachtsfeiertag ausschließlich die indischen Lokale geöffnet…

Zurück am Campingplatz war es inzwischen recht voll geworden. Überall prutzelte es und lief verschiedene Musik. Wir konnten aber wieder an „unserem“ Tisch Platz nehmen und spielten bald mit zwei Französinnen und einem französisch sprechenden Amerikaner den Rest des Abends Karten. Da hatte es dann auch tatsächlich aufgehört zu regnen.

Dolphins on Christmas Eve

24. Dezember 2018

Und ein weiteres Mal hatten wir riesiges Glück mit dem Wetter: Der Tag, an dem wir mit Delphinen schwimmen würden war klar, mild und versprach sonnig zu werden. Die Anmeldung, die Vergabe der Wetsuits und Schnorchel und die Einführuung erfolgte routiniert und freundlich am Kaikoura Dolphin Encounter, wenn es mir auch etwas zu voll und hektisch war. Cool war allerdings, dass sie Tauchmasken mit Dioptrin hatten! So eine möchte ich auch, keine Kontaktlinsen mehr beim Tauchen!

Wir fuhren mit dem Bus zum Boot und mit dem Boot circa eine halbe Stunde raus zu den Delphinen. Diese folgeten dann irgendwann ganz begeistert unserem Boot. Wir saßen dann alle aufgereiht hinten am Boot mit den Flossen im Wasser, und wenn so gut fünfzig Delphine zusammen waren, haben wir uns alle ins Wasser fallen lassen. Dann sind die Delphine unter einem durch und um einen herum geschwommen, im Abstand von einem halben bis einem Meter.

Irgendwann verloren die Delphine das Interesse, meist fanden sie ein anderes Boot interessanter. Dann sind wir alle wieder zu unserem Boot zurück und haben die Delphine wieder ans Boot gelockt, in dem wir ein Stück weiter gefahren sind bzw. wir fuhren dorthin, wo sie gesichtet wurden. Am Ende waren wir viemal im Wasser, insgesamt so um eine halbe Stunde.

Tobn war leider nur zweimal drin, dann wurde er so seekrank, dass er die bunten Eimer an Bord gebrauchen konnte! Nach dem Schwimmen mit den Delphinen zogen wir uns an Bord um und dümpelten noch einige Zeit auf der Stelle mit der Möglichkeit zum Fotografieren.

Mir war zu diesem Zeitpunkt leider auch nicht mehr danach noch das Tele-Objektiv auszupacken…

Leider wurden zu diesem Zeitpunkt dann auch Luk und ich (und ein paar wenige andere) seekrank. Das war doppelt schade, da ich sonst bestimmt noch ein paar richtig tolle Aufnahmen hätte machen können…

Zurück an Land frühstückten wir um halb eins ersteinmal, kauften ein (Souvernirs und Lebensmittel), reservierten in einem Lokal für den nächsten, den ersten Weihnachtsfeiertag, und landeten schließlich gegen fünf bei Cods&Crayfish, um in Kaikoura auch unbedingt Langusten zu essen. Immerhin bedeutet das Maori-Wort Kaikoura übersetzt „Langustenessen“…

Unseren Heilig Abend verbrachten wir sehr gemütlich zu dritt mit Kartenspielen in Gesellschaft von anderen (deutschen) Backpackers.

Unsere Zeltnachbarn beim gemütlichen Heilig-Abend-Grillen. Man beachte auch den stilechten Weihnachtsbaum!

Nachtrag: Das deutsche Pärchen neben uns am Tisch, kreierten sich als Festessen an Heilig Abend tolle Burger mit vielen frischen Zutaten. Das beeindruckte Luk so sehr, dass wir an diesem Abend beschlossen, am Silversterabend selbst solche Burger zu essen…

Kia Ora, Luk

23. Dezember 2018

Luks Flugzeug hatte Verspätung, so dass wir morgens etwas mehr Zeit hatten als geplant. Glücklicherweise stand ein Kaffee-Mobil vor dem Waschhaus, so dass wir während des Zeltabbaus einen Flat White zum Frühstück schlürfen konnten.

Dann sind wir gemütlich zweieinhalb Stunden nach Christchurch gefahren, haben dann einen zweiten Kaffee am Flughafen getrunken und konnten um halb eins Luk in Empfang nehmen.

Nach weiteren zwei Stunden im Auto haben wir unsere Zelte in Peketa bei Kaikoura direkt hinter einer Düne mit Meerblick aufgebaut. Anschließend sind wir die zehn Kilometer nach Kaikoura rein gefahren und haben Fish&Chips zu Abend gegessen.

Und dann ging’s früh ins Bett, Luk war sowieso totmüde und wir waren auch k.o. nachdem es am Tag zuvor ja so spät geworden war.

Aoraki Mount Cook

22. Dezember 2018

Wir brachen an diesem Tag gegen sieben mit dem Auto Richtung Mount Cook auf. Die Fahrt sollte ungefähr eine Stunde dauern und gegen elf waren Wolken angesagt, so dass wir vor elf hochgelaufen sein wollten.

Unsere Rechnung ging soweit auch auf: Gegen neun begannen wir unseren Aufstieg, der um die zwei Stunden dauern sollte. Wir hatten einen wunderbaren Blick auf den Mount Cook in der Sonne, die ganze Autofahrt (1,5 Stunden) sowie den gesamten Aufstieg (insgesamt 2200 Stufen, 600m in die Höhe) über.

Oben angekommen, so gegen elf, konnten wir beobachten, wie sich langsam die Wolken über die Berge schoben und nach und nach die Spitze von Mount Cook einhüllten bis er einige Zeit später gar nicht mehr zu sehen war. Wir konnten aber noch Fotos machen und kamen auch noch trocken wieder unten an.

Wir tranken gemütlich zwei Flat White im Café des Visitor Centers und durchstöberten letzteres auch mit Erfolg: Ein T-Shirt für Tobn und Souvernirs für die lieben Helfer zu Hause. Unser Plan war dann eigentlich gewesen, gegen vier wieder am Campground in Tekapo zu sein, zu duschen und anschließend in Tekapo zu Abend zu essen, eventuell noch die Therme zu besuchen…

Nach einer halben Stunde heimwärts, wunderschön am Lake Pukaki entlang, sahen wir auf einmal Blaulicht…und Stau. Zwei Hubschrauber landeten und flogen wieder davon…bis nach über einer Stunde ein Polizist den Stau entlang kam und meinte, dass es noch bis mindestens neun Uhr abends dauern würde bis die Straße wieder freigegeben würde, weil es polizeiliche Untersuchungen geben müsste und dafür die Forensik aus Christchurch eingeflogen würde, da bei dem Unfall ein Mensch gestorben sei…das war um halb fünf…

Wir kehrten um, um die kommenden drei Stunden im Café/Restaurant am Aoraki Mount Cook zu warten und hier zu Abend zu essen anstatt wie geplant in Tekapo…

Als wir kurz vor neun aufbrachen, wurde gerade die Straßensperre wieder aufgehoben. Wir fuhren bei Vollmond bei Musik von a-ha anderthalb Stunde zurück zu unserem Zelt, duschten noch und schliefen gegen halb zwölf ein. Am nächsten Tag würden wir dann Luk vom Flughafen abholen…

Über Queenstown nach Lake Tekapo

21. Dezember 2018

Um 8:00 Uhr aufgestanden und um 8:40 Uher abgefahren aus Te Anau. Nach gut zwei Stunden Fahrt haben wir einen Abstecher nach Queenstown gemacht und eine gemütliche zweistündige Frühstückspause eingelegt.

Danach hat es dann leider den Rest des Weges durch wunderschöne, lupinenbewachsene Täler und traumhafte Berge dahinter nahezu durchgeregnet. Bei unserem bisherigen Glück hatte es aber tatsächlich auch diesmal bei unserer Ankunft auf dem Lake Tekapo Campground aufgehört, so dass wir unser Zelt quasi im Trockenen aufbauen konnten. Das war dann gegen fünf geschafft. Es war zwar recht frisch und feucht, aber wir verbrachten noch einen gemütlichen Abend mit Blick auf den See Tekapo mit Wein, Bier, Kräckern, Spatzen, Lupinen, WLAN…

Hier sahen wir zum ersten aber keineswegs zum letzten Mal dieses Schiuld in den Toiletten. Da musste ich unwillkürlich daran denken, als Luk in seiner Anfangszeit in Kanada ganz angewidert und erstaunt erzählte, dass sein damaliger chinesischer Mitbewohner das Klopapier immer in den Plastikeimer warf anstatt ins Klo!

Am nächsten Tag wollten wir dann den Vormittag am Mount Cook verbringen und nachmittags die Gegend rund um Lake Tekapo erkunden. Ganz so wie geplant sollte es aber nicht kommen….

Schlechten Kaffee haben wir in sechs Wochen Aufenthalt in Neuseeland nie getrunken! Selbst bei den kleinen mobilen Kaffee-Stationen morgens am Campingplatz gab es den besten Flat White, den man sich wünschen kann….

Kayaking im Doubtful Sound

20. Dezember 2018

Um Viertel vor sehcs ging der Wecker, um halb sieben war Treffpunkt, zum Glück an der Rezeption unseres Campingplatzes.

Etappe 1

Es ging mit dem Bus zum Lake Manapuri

Etappe 2

Mit dem Boot über den Lake Manapouri. Die Überfahrt dauerte 40 Minuten. Dort angekommen, gab es im Visitor Center die Möglichkeit, sich umzuziehen: Raus aus den Klamotten, rein in den Wetsuit. Dabei war es immernoch sehr kühl und zusammen mit der Müdigkeit recht ungemütlich.

Etappe 3

Da kam die nächste Busfahrt, auf der wir sehr eng aneinander gekuschelt saßen, ganz gelegen. Es ging über den Wilmot Pass zum Doubtful Sound rüber. Bei den beiden Fotostopps sah man dann, dass der Himmel über dem Sound aufriss. Bis wir dort eingetroffen waren, war der Himmel über uns strahlend blau!

Etappe 4

Es ging los im Kayak! Alles klappte auf Anhieb wie geschmiert und unsere gesamte Gruppe von zehn Leuten (fünf Doppel-Kayaks) verstand sich ausgesprochen gut. Nach anderthalb Stunden gab es eine Lunch-Pause auf dem Boot…

Etappe 5

Den Mittag über ging es dann weitere zwei Stunden mit dem Kayak in einen Arm des Fjordes hinein. Dabei errzählte uns Marc viel Interessantes über den Fjord, die Vegetation, das Wasser und die Umgebung.

So haben wir z.B. das erste Mal von Baum-Lawinen gehört, bei denen ganze Stücke Vegetation vom Felsen abrutschen. Das kommt daher, dass die gesamte Vegetation einschließlich der großen Bäume nur auf einen dünnen Moosschicht am Felsen hängen. Sie können nur halten, weil sich ihre Wurzeln zu einem dichten Netz verknoten und quasi über die Felswände spannen.

Zum Abschluss sind einige von uns dann zur Erfrischung vom Boot aus schwimmen gegangen. Anschließend ging es alle Etappen wieder zurück. Um halb sechs waren wir zurück am Campingplatz. Es war ein herrlicher Tag gewesen!

Te Anau

14. bis 21. Dezember

Te Anau Lakeview Kiwi Holiday Park war unsere Station, von der wir zum Kepler Track und zum Kayaking auf dem Doubtful Sound gestartet sind. Tatsächlich dort aufgehalten haben wir uns aber eigentlich nur am Tag zwischen dem Kepler Track und dem Kayak-Tag. Ein regnerischer Tag, den wir genossvoll vergammelt haben.

Schöner ruhiger, sehr freundlicher Campingplatz, auf dem wir das Auto geparkt hatten, während wir den Kepler Track wanderten.
Weihnachtsgruß im Schaufenster von Te Anau
Lake Te Anau
Gemütlicher Tag, hauptsächlich im Aufenthaltsraum verbracht…
Nana aus Südkorea und ihre Schwester boten uns einen Platz an ihrem Tisch an, als der Aufenthaltsraum wegen des durchwachsenen Wetters zur Essenszeit ziemlich voll war. Wir kamen sehr nett ins Gespräch und sie wollte gern gezeichnet werden.

Kepler Track

15. – 18. Dezember 2018

Tag 1 von Te Anau zu Brod Bay (9,6 km)

Am ersten Tag mussten wir nur am See entlang 9,6 km zu unserer ersten Übernachtung am Brod Bay Campground laufen. Wir suchten am Morgen alles gemütlich zusammen und packten unsere Rucksäcke. Gegen 11:00 brachen wir auf, immer flach knapp 10 km um den See Te Anau herum durch einen verwunschenen Wald mit Farnen und Moos und wunderschönem Vogelgesang, bis wir am Brod Bay kurz nac heins unser Zelt direkt am Strand aufgebauten.

Los geht’s: Es liegen vier Tag und knapp 70 km zu Fuß vor uns…
Wir würden später erfahren, dass es in Neuseeland inzwischen so Unmengen an Farn gibt, da das eingeführte Rotwild viele andere bodennahe Pflanzen durch auffressen schlichtweg ausgerottet hat.

Ich habe mich dann gleich im See erfrischt, wir haben gelesen, gegessen und sind früh schlafen gegangen. Denn am nächsten Tag würden wir 24 km vor uns haben.

Tag 2 – Brod Bay – Luxmore Hut – Iris Burn

Weil wir keine Übernachtung mehr auf der Luxmore Hut buchen konnten, mussten wir die gesamte Strecke vom Brod Bay Campground am Lake Te Anau zur Iris Burn Hut am Stück laufen. Mit rund 15 kg auf dem Rücken und nahezu keinerlei Training! Und ja, das war mindestens so schlimm, wie es klingen soll!

Aber auch wunderschön, wenn man mal die Ruhe und Kraft fand, den Ausblick zu genießen.

Sanitäre Anlagen auf dem Brod Bay Campground. „Trinkwasser“ gab es aus dem Regenwassertank….

Aber der Reihe nach: Der Wecker ging um 5:45 Uhr. Vom Sonnenaufgang war leider nicht so viel zu sehen, da dicker Dunst über dem See hing. Wir packten alles zusammen und sind eine Stunde später um Viertel vor sieben aufgebrochen zu unserer heutigen 10-Stunden-Wanderung. Dabei hatten wir auf unserer ersten Etappe zur Luxmore Hut 900 Höhenmeter auf 8,2 km Länge zu überwinden. Das ging ganz gut durch den dunstigen kühlen Märchenwald voller Farne und Moos und urigen Bäumen.

Als wir über die Baumgrenze kamen, war über uns die Sonne auf stahlend blauem Himmel zu sehen und in den Tälern um uns herum hingen die Wolken als dicke weiße Schicht.

Luxmore Hut von unten

Wir erreichten Luxmore Hut gegen halb zehn, hatten also anderthalb Stunden weniger gebraucht als auf dem Schuld angegeben. Wir machten und tranken einen Tee auf der Terrasse der Hütte, auf der wir nicht hatten übernachten dürfen, und füllten unsere Flaschen mit frischem Wasser auf.

Luxmore Hut von oben

Gegen elf machten wir uns dann wieder auf den Weg, kurz nachdem die meisten aufgebrochen waren, die die Nacht auf der Luxmore Hut verbracht hatten.

Wir waren, wie alle, die wir gesprochen hatten, davon ausgegangen, dass der schwerste Teil des heutigen Tages bereits hinter uns lag. Laut Reiseführer lag die Iris Burn Hut, die unser Ziel war, zwar in 14,6 km Entfernung, aber nur 300m höher als unser derzeitige Standort.

Oberhalb der Luxmore Hut und der Weg hinter uns…
…und der Weg vor uns.

Der wunderschöne Weg, also Pfad durch beeindruckende Langschaft zog sich jedoch unendlich und unser Gefühl, dass es ständig bergauf ging, wurde uns im Nachhinein dahingehend bestätigt, dass wir tatsächlich auf diesem Stück nochmnals 684 m hoch gelaufen waren…und insgesamt 1200m bergab.

Tobn wurde zwischenzeitlich extrem langsam und blieb dann ganz stehen. Ich war schon am Überlegen, wie wir überhaupt ankommen sollen oder wo ich einen Helikopter her bekommen würde….Als es dann tatsächlich irgendwann wirklich nur noch bergab, wieder durch den Wald in niemals endenden Serpentinen Richutng Iris Burn Hut ging, waren auch meine Beine vollkommen am Ende. Man kann sich einfach nicht vorstellen, so kaputt zu sein, solange man es nicht ist…und danach auch nicht mehr.

Als ich Tobn fragte, ob und wann er mal so k.o. gewesen war, musste er lange überlegen und meinte dann, vielleicht nach seinem ersten Marathon.

Bei einer Rast trafen wir auch auf ein paar Keas. Erst war ich etwas enttäuscht, dass wir nicht mehr gesehen haben. Als ich dann aber hörte, was eine ganze Horde junger Keas am Tag zuvor angerichtet hatte, war ich doch eher froh darüber. So hatten sie Stiefel, Zelte und Rucksäcke kaputt gehackt und alles, was nicht niet- und nagelfest war, geklaut, darunter sogar ein Smartphone einer Lehrerin, die wir noch kennenlernen sollten, sie hat ihr Smartphone nie wieder gesehen!
Und wieder die komfortablen sanitären Anlagen. Diesmal gab es aber zum Glück genießbares Trinkwasser.

Wir kamen gege fünf an, bauten unser Zelt auf und haben uns dann noch sehr nett mit Nils und Mona aus Hamburg und mit Liane und Paul aus Amsterdam unterhalten, während wir zu Abend aßen (Bohnen mit Tomatensauce mit Käse und Nüssen).

Um acht lagen wir im Zelt und ich bin sofort eingeschlafen!

Tag 3 From Iris Burn Hut to Moturau Hut

Ich wachte um sieben am Morgen auf, als Tobn die Luft aus seiner Matte abließ – nach elf Stunden Tiefschlaf! Wir packten alles zusammen und konnten bei herrlichem Sonnenschein gegen acht unsere nächste Tour antreten.

Diesmal „nur“ sechs Stunden durch „flaches“ Wald- und Wiesengelände. Nur dass sich jede noch so flache Steigung nach der gestrigen Tour wie ein steiler Berganstieg anfühlte! Alles in allem war es jedoch eine recht entspannte Wanderung oft an einem wunderschönen Bergfluss entlang.

Wir kamen auch tatsächlich schon nach fünf statt sechs Stunden an der Moturau Hut an. Dennoch immens erleichtert, den Rest des Tages uns nicht mehr rühren zu müssen.

Ich nahm gleich ein herrlich erfrischendes Bad im LakeManapouri . Und anschließend verbrachten wir einen sehr interessanten und netten Nachmittag in der Hütte mit Liane und Paul, die wir ja schon am Tag zuvor mehrfach getroffen hatten.

Im Vordergrund Liane und Paul, dahinter Phil der Ranger
Geschichtsstunde mit Phil

Es folgte noch eine Geschichtsstunde mit Phil, dem Hüttenwirt, hier Ranger genannt, und dann ging es gegen neun auch schon sieder ins Bett. Diesmal sogar wirklich ins Bett, dem einzigen, in dem wir in den gesamten sechs Wochen in Neuseeland schlafen würden, da man an der Moturau Hut nicht zelten kann.

Tag 4 From Moturau Hut to Busstopp and back to Te Anau

Nach dieser Nacht in der Moturau Hut wusste ich auch wieder ganz genau, warum ich unser Zelt so innig liebe! Die Hütte war toll, das Zimmer war toll, selbst die Matrazen waren appetitlich, da sie mit LKW-Plane bezogen waren und man mit seinem eigenen Schlafsack darauf schlief. Wir hatten auch absolut liebe und angenehme Raumgenossen: die beiden Niederländer Liane und Paul sowie ein weiteres Paar. Aber trotzdem, oder gerade deswegen(?) fand ich es so wahnsinnig anstrengend: Ich traute mich kaum zu atmen, weil ich ständig das Gefühl hatte, die anderen zu stören. Nein, das ist nichts für mich…

Trotzdem haben wir die Nacht dann doch ganz gut geschlafen bis wir um Viertel vor sieben vom Wecker geweckt wurden (also Tobn vom Wecker und ich von ihm). Wir sind
gegen halb acht im stetigen Regen aufgebrochen und wie angekündigt nach anderthalb Stunden am Bus Stopp angekommen.

Als wir dort dann noch eine Stunde warten mussten, bis um 10:00 Uhr der Shuttle Bus zurück zu unserem Campingplatz kommen würde, wurde es echt kalt und ungemütlich. Aber der Bus kam, der Busfahrer war sehr nett (wir waren die einzigen Gäste) und kaum zurück am Campingplatz war das Zelt aufgebaut und nach einer heißen Dusche haben wir den freien, vergammelten Nachmittag vor dem Zelt bei Kaffee mit Milch(!) ausgiebig genossen.

Abends waren wir dann in Te Anau im Kepler Restaurant essen (wo auch sonst!?) und als es später anfing zu regnen zogen wir in den gemütlichen Aufenthaltsraum des Campingplatzes.