Christchurch

Montag 10. Dezember – Ein grauer Tag, aber trocken. Wir haben am Platz gemütlich Kaffee und Spiegeleier gefrühstückt und sind dann mit dem Bus 140 nach Christchurch rein gefahren. Die Busfahrt hätte uns eigentlich zwei mal 4$ gekostet. Aber als Tobn dem Busfahrer einen 50$-Schein hinhielt, hat er uns nur groß angeschaut. Als wir ihm wohl glaubhaft versicherten, dass wir es leider nicht kleiner hatten, da wir ja erst am Vortag angereist waren und noch nichts gekauft hatten (im Supermarkt wird hier grundsätzlich mit Karte bezahlt), ließ er uns umsonst mit fahren.

Auffallend nett fand ich auch die Geste der Fahrgäste, die sich allesamt beim Verlassen des Busses beim Busfahrer bedankten! Auch beim Aussteigen durch die hintere Tür wurde ein lautes „Thank you!“ durch den Bus gerufen.

Bevor unsere Walking Tour los ging spazierten wir durch den beeindruckend großen und schönen Park in Christchurch
Anmerkung am Rande: Während dessen telefonierten wir mit Lara, die ganz glücklich war, endlich mal in der gleichen Zeitzone wie wir zu sein und nicht alles Tag-Nacht-verschoben zu haben, über ihre mögliche Fächerauswahl für das nächste Schulhalbjahr….
Denkmal für die Erdbeben-Opfer aufgestellt und gepflegt von den Bewohnern Christchurchs

Der Rest des Tages bestand hauptsächlich aus der Walking Tour durch Christchurch. Das Wetter, mit seinem wolkenverhangenen Himmel hat vielleicht seinen Teil beigetragen, aber es war wirklich beeindruckend und deprimierend, wie sehr die Erdbeben diese Stadt prägen. Die Führung wurde von Anne geleitet, die schon in Christchurch aufgewachsen war und heute hier mit Mann und Kindern lebt.

Zu jedem Gebäude, von dem sie noch aus der Kindheit erzählen konnte, erzählte sie wie oft es wieder neu aufgebaut wurde, wie teuer das war und wie lange es dauerte. Die Vorstellung, dass die ganze Stadt 2011 von jetzt auf sofort in Schutt und Asche lag, 185 Menschen tot waren, massenhaft Menschen keinen Job, keine Wohnung mehr hatten….

Es ist eine Sache, das zu lesen, aber es fühlt sich unglaublich an, wenn man zwischen den Ruinen, Neubauten, Denkmälern (für die Verstorbenen) und Baustellen (bis heute) hindurch geht.

Flat White in Johnny’s Café in Christchurch after Walking Tour

Schön finde ich Christchurch dennoch nicht, auch wenn Anne sehr emotional und liebevoll von ihrer Stadt erzählte. Ich konnte irgendwie die Atmosphäre nicht greifen. Vielleicht lag es aber auch am Jetlag, wer weiß. Wahrscheinlich sollten wir dieser Stadt eine zweite Chance und vor allem ein paar Tage mehr Zeit gönnen. Wir aber sind schon am nächsten Tag Richtung Süden aufgebrochen.

Abendessen: Pilze, Brokoli und Steak

2 Antworten auf „Christchurch“

  1. Das mit dem bedanken, wenn man aus dem Bus aussteigt ist hier sehr üblich, auch wenn man bezahlen musste… Aber echt schön jetzt nochmal eure Eindrücke zu sehen…

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